Superfoods – was ist dran?

Der Begriff „Superfood“ ist über die letzten Jahre immer häufiger im Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln aufgetaucht. Aber was ist eigentlich dran an dem ganzen „Superfood-Hype“?

Was sind Superfoods überhaupt?
Es gibt keine offizielle Definition für den Begriff „Superfood“. Superfoods sind Lebensmittel, die einen Mehrwert für die Gesundheit liefern sollen, da sie einen besonders hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen oder sekundären Pflanzenstoffen enthalten.

Wie super sind Superfoods aber wirklich?
Wenn Sie an Superfood denken fallen Ihnen bestimmt spontan auch einige exotische Lebensmittel wie z.B. Chia-Samen, Acai, Goji-Beeren oder Matcha ein. Klingt erstmal spannend!

Aber bei genauerem Hinsehen bröckelt das Superfood-Image der Exoten.
Bei Superfood handelt es sich häufig um stark verarbeitete Produkte wie z.B. ein Pulver. Außerdem haben die exotischen Superfoods auch einen langen Transportweg hinter sich, wodurch empfindliche Inhaltsstoffe verloren gehen können und auch die CO2-Bilanz zu wünschen übrig lässt. In anderen Ländern herrschen zudem nicht so strenge Kontrollen bzgl. der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln wie in Deutschland, weshalb die exotischen Superfoods oft auch höhere Rückstände von Pestiziden aufweisen. Auch ein wesentlicher Punkt ist der hohe Preis. Durch das „Superfood-Image“ werden die Lebensmittel häufig auch entsprechend kostspielig verkauft.

Heißt, das jetzt wir müssen komplett auf das exotische Superfood verzichten?
Natürlich nicht! Exotisches Superfood, kann eine tolle Abwechslung in unserem Speiseplan darstellen. Aber wir sollten exotisches Superfood z.B. in Bioqualität kaufen, um die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren und in einer möglichst unverarbeiteten Form.
Dann steht dem Genuss – hin und wieder – auch nichts im Wege!

Einheimisches vs. exotisches Superfood
Und wissen Sie, was noch besser ist?
Wir haben einige regionale Lebensmittel, die ihren exotischen Vertretern in nichts nachstehen.

Anstatt Quinoa können wir problemlos heimische Hirse als Beilage, Grundlage für einen Salat oder ein leckeres Porridge verwenden. 100 g Quinoa liefert ca. 15 g Eiweiß, die Hirse immerhin 11 g. Auch die Chia-Samen haben ein heimisches Pendant: der Leinsamen. Beide enthalten eine ordentliche Portion Ballaststoffe und wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Die Leinsamen sollten jedoch geschrotet werden, da der Körper nur so die Nährstoffe gut aufnehmen kann. Auch die Acai-Beere aus Brasilien hat einen Vertreter aus der Region, der es locker mit ihr aufnehmen kann: Heidelbeeren und auch Brombeeren. Beide liefern dem Körper eine ordentliche Portion Anthocyane (ein sekundärer Pflanzenstoff).

Diese Liste könnte noch eine ganze Weile weitergeführt werden.

Was ich aber eigentlich damit sagen will: Bevor wir anfangen Superfood auf der ganzen Welt zu suchen, sollten wir bei uns zuhause damit beginnen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.