10-Finger-Schreiben

Wer grundsätzlich viel am Schreibtisch arbeitet, kennt das Problem: Schulter und Nacken sind oft verspannt. Wer hier nicht auf sich achtet, bekommt schnell Probleme. Von einzelnen Verspannungen, über eventuell eingeklemmte Nerven bis hin zu starken Schmerzen. Noch viele andere Probleme können sich zeigen oder entwickeln.

Viele kennen geeignete Mobilisationsübungen oder wissen, wie sie ihren Arbeitsplatz ergonomisch einrichten können. Im Alltag halten sich leider die wenigsten daran. Aber oftmals sind es die kleinen Dinge im Leben, die hilfreich sind.

Für die jüngere Generation ist es meist selbstverständlich, das 10-Finger-Schreiben. Manche haben sich dies autodidaktisch beigebracht, vielleicht auch auf eine ganz individuelle Art und Weise. Was hat das 10-Finger-Schreiben nun aber mit meinen Schulter- und Nackenproblemen zu tun?

Beherrscht man diese Schreibmethode nicht, schaut man einen großen Teil seiner Arbeitszeit permanent nach vorn unten auf die Tastatur. Die einzelnen Finger überfliegen die Buchstaben, bis man seinen Satz vollendet hat. Vielleicht wandert der Blick dann noch einmal kurz zum Bildschirm, ob man auch ordentlich getippt hat.

Dieses dauerhafte nach Vorne-unten-Schauen bedeutet für unsere Halswirbelsäule eine enorme Belastung. Wie sich jeder denken kann, entspricht das nicht der natürlichen Form unserer Wirbelsäule.

Meist ist ein steifer Nacken die Folge. Dieses Phänomen wird oft als „Tech Neck“ bezeichnet was soviel bedeutet wie „Technik Nacken“. Jeder Zentimeter den unser Kopf vor der Mitte hängt, erhöht das vom Nervensystem aufgrund der Schwerkraft wahrgenommene zusätzliche Gewicht unseres Kopfes. Unsere Muskeln müssen diesem Gewicht entgegenwirken. So verkrampfen sie sich, um unseren Kopf hoch halten zu können. Spannungskopfschmerzen, Migräne, Kieferschmerzen oder auch Verspannungen im mittleren Rücken sind die Folge.

Das Erlernen des 10-Finger-Schreibens ist hierbei eine von vielen kleinen Bausteinen, der dazu beitragen kann, unsere natürliche Haltung der Wirbelsäule zu ermöglichen und diesem Problem vorbeugend entgegen zu wirken.