Anatomie der Hüfte

Das Hüftgelenk (Articulatio coxae) verbindet das Becken mit dem Rumpf. Es besteht aus dem Oberschenkelknochen / Hüftkopf (Caput femoris) und dem Hüftbein (Os coxae).

Die Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) wird aus dem Hüftbein gebildet. Das Hüftbein besteht aus 3 Knochen: Darmbein (Os ilium), Schambein (Os pubis) und Sitzbein (Os ischii), die im Kindesalter zu einem Knochen zusammenwachsen. Hüftkopf und Hüftgelenkpfanne sind von druckfesten Knorpelschichten umzogen, die ein reibungsloses Gleiten zwischen den Knochen ermöglichen.

Drei Bänder (Ligamente) verbinden den Hüftkopf mit dem HüftbeinDarmbein-Schenkel-Band (stärkstes Band im Körper), Sitzbein-Schenkel-Band und Schambein-Schenkel-Band. Diese Bänder können jeweils bis zu 80kg tragen. Wenn wir aufrecht stehen, sind die Bänder angespannt, wenn die Hüfte gebeugt wird, entspannen sie sich.

Das Hüftgelenk ist ein sogenanntes Nussgelenk, da der Gelenkkopf wie eine Nuss in der Nussschale (= Hüftpfanne) liegt.

Funktionell handelt es sich um ein Kugelgelenk, das die Bewegung in alle Richtungen entlang der drei Achsen ermöglicht:

  • Sagittalachse:
    Beugung des Beines nach vorne (Anteversion)
    Streckung des Beines nach hinten (Retroversion)
  • Horizontalachse:
    Seitliches Wegführen / Abspreizen des Beines (Abduktion)
    Seitliches Heranführen / Anlegen des Beines (Adduktion)
  • Longitudianlachse:
    Drehung des Beines nach außen (Außenrotation)
    Drehung des Beines nach innen (Innenrotation)

Über 20 Muskeln ermöglichen diese Bewegungen und geben der Hüfte die Stabilität, die sie benötigt um das Körpergewicht tragen zu können. Manche dieser Muskeln setzen direkt am Oberschenkel an, andere am Kniegelenk und am Unterschenkel. Daher ist es wichtig auch die am Hüftgelenk beteiligten Muskeln zu trainieren. So können vielleicht auch Probleme in den Knien oder im Rücken loswerden, deren Ursprung nicht selten im Hüftbereich liegt. Auch die Schultern und der Kiefer stehen mit der Hüfte in Verbindung.