Der achtgliedrige Pfad des Yoga

Patanjali beschreibt in seinem Werk Yoga Sutra im zweiten Kapitel den Übungsweg des Yoga. Ziel des Yoga ist es, die Gedanken im Geist zur Ruhe kommen zu lassen und dadurch die vollkommene Erkenntnis zu erlangen. Der Weg dorthin ist allerdings weit und hält einige Aufgaben für uns bereit. Um ihn erfolgreich beschreiten zu können, gibt uns Patanjali acht Übungsglieder mit an die Hand.

Die acht Glieder des ganzheitlichen Yogaweges sind:

1. yama
Unser Verhalten unserer Umgebung / unseren Mitmenschen gegenüber

2. niyama
Unser Verhalten uns selbst gegenüber

3. asana
Praktik der Körperübungen / unsere allgemeine Körperhaltung im Leben

4. pranayama
Praktik der Atemübungen / Führung des Atems

5. pratyahara
Beherrschen / Konzentrieren / Zurückziehen der Sinne 

6. dharana
anhaltende Ausrichtung / Konzentration des Geistes auf ein (Meditations-)Objekt

7. dhyana
Stilles Reflektieren / tiefere Verbindung mit dem (Meditations-)Objekt

8. samadhi
Vollkommene Erkenntnis / vollständige Versenkung in das (Meditations-)Objekt

Dieses Handlungsmodell ist ganzheitlich und alle acht Glieder sind von gleicher Wichtigkeit. Das Üben und Handeln in einer Ebene, beeinflusst somit gleichzeitig alle anderen Ebenen.
Es gibt keinen festen Fahrplan. Jeder kann den Yogaweg so anpassen, wie es richtig für ihn und seine individuellen Bedürfnisse ist. Alles was wir tun, kann eine Handlung des Yoga sein, selbst das Fensterputzen. Wichtig ist, dass wir all unsere Aktivitäten – auch die im Alltag – mit Leidenschaft (tapas), Vernunft (svashyaya) und Hingabe (isvarapranidhana) ausführen.